Aktuelle Aktionen

Dirk und Regina Streitenfeld - Kunztgemälde und Objekte

Sprache in sämtlichen Wohl- uns Missklängen- darum geht es in Streitenfeld's Kunst.

Viele seiner Bilder sind kleine Racheakte gegen diejenigen, die ihn einst wegen seiner Lese-Rechtschreibschwäche maßregelten.

"Ich räche mich an der Sprachwelt" sagt er.

"Die Welt der Fehler ist die meine". Schon das Z im Ausstellungstitel "Kunztgemälde"ließe, so Streitenfeld, Raum für Assoziationen wie "Hinz und Kunz" oder auch "Verhunzen".

Über viele Jahre habe ihm die Welt falsche Dinge und Worte aufgedrängt. "Jetzt drehe ich den Spieß um" und wenn es den Leuten Spaß mache, " können sie mir folgen".

Steinrötter mit Kremers in Berlin: Uwe Bremer

Wir wohnen in Räumen, die wir nie gesehen haben, klammern us an ein wenig Boden und nennen es „mein Land“ oder „meine Heimat“.

Dabei können wir nicht einmal ermessen, was unser Sternchen ausmacht. Wenn eine Lichtquelle im All entsteht kann es Milliarden Lichtjahre dauern bis die Lampe bei uns angeht. Darüberhinaus wissen wir nicht, ob unsere Wahrnehmungsmöglichkeiten die richtigen Schlüssel für unsere Wohnung sind.

Die gesamte Elektronik ist zum Beispiel für uns  nicht sichtbar, aber wir leben und arbeiten mit ihr und haben nicht die Sicherheit, ob es nicht noch viele Dimensionen gibt und Zeiträume die wir mit unseren Vorstellungen nicht ermessen  können, außer mit der Phantasie. Man muss kräftiger Natur sein, um in diese Welt einzutauchen.

Bremer hat sie und erfüllt auch die handwerklichen Vorrausetzungen der künstlerischen Berichtserstattung von seinen kühnen Reisen in andere Dimensionen und Zusammentreffen mit anderen Lebensformen. Er unterscheidet sich dabei nicht von den mutigen Seefahrern, die Terrae incognitae  suchten und die nicht wussten welchen Ungeheuerlichkeiten sie begegnen würden. Das Forschen nach unserem Ursprung und Sinn unserer Existenz steht vor dem Wissen, dass wir uns nicht selbst erfunden haben und dass alle Deutungen hoch spekulativ und gefährlich im religiösen Bereich sind, wenn Menschenopfer gewünscht werden.

Uwe Bremer ist Visionär aber kein Missionar. Sein Blick in unsere ferne Umgebung zeigt uns modellhaft was auf uns zukommt. Den halborganischen Menschen basteln wir gerade .Eine Kombination aus Genmaterial kombiniert mit Kunststoffen stört unser Bewusstsein nicht, sondern beginnt vertraut zu sein. Auch die Zeugung wird nicht mehr alberne Bewegungen voraussetzen, sondern vollzieht sich elegant im Reagenzglas. Homunculus ist längst Realität.

Bremer schuf eine eigenwillige Form – und Farbensprache, die mir sehr vertraut ist, da ich sie seit einem halben Jahrhundert lese und die mich nach wie vor aus der Enge entführt , in die uns die Lebenszwänge stauchen. Die bizarre Schönheit seiner Wesen erschließt sich nicht jedem Betrachter auf Anhieb. aber wenn wir uns und unsere Evolutionsgefährten der Sehgewohnheit entziehen sind wir grauenhafte Gestalten, die jeden Fremden bestenfalls amüsieren würde. Bremer setzt seine Vorstellungen ehrlich in Farbe und macht keine Zugeständnisse an ängstliche Naturen die den Tobak nicht verkraften .Seine  Bilder bringen Kraft in den Raum und dem Besitzer Stärke und ein größeres Bewusstsein für allzu kleinliche Zusammenhänge.

Manfred Scharpf "Feuerpause" Bilder der Seligkeit

Manfred Scharpf malt wie besessen traditionell, aber mit teilweise rebellischem Inhalt.

Eine abenteuerliche Auseinanndersetzung mit dem Leben ist der Hintergrund seiner meisterlichen Verdichtung auf der Leinwand.

Ungebrochen malt er gegen alle Trends, seine Bildsprache ist klar und zugänglich, obwohl seine Aussagen hoch energetisch sind. 

Als Brühwürfel würden sie aus einem Schwimmbecken eine Kraftsuppe machen, die eine ganze Armee ernähren könnte.

Seine Kunst ist nicht wertfrei und erschöpft sich nicht im schönen Schein.

Die Wahrhaftigkeit des Künstklers lässt die Wirkung entfalten, die das Werk beinhaltet.

Freie Arbeiten und Entwürfe von Antje Vogel

Antje Vogel’s Kunst einzuordnen in einem kunstgeschichtlichen Kontext ist ein schwieriges, wenn nicht unmögliches Unterfangen. Es müsste eine Sonderkatherogie erfunden werden und dann hätte man noch immer keinen Anhaltspunkt, wo diese denn hingehört.

Ihr Vater C. W., ein Portrait- und Bühnenmaler von hohen Gnaden, hat damals seine junge Elevin streng geschult. Das merkt man bis in die Schnürsenkel einer ihrer Ameisen.

Antje malt außerordentlich diszipliniert und mit Hingabe. Das macht den exorbitanten Aufwand möglich, den sie mit wenigen Pinselhaaren, unendlich scheinende Muster malen lässt.

Sie ist schmerzfrei und tollkühn, wenn sie ihre Wesen kleidet. Tage und Wochen strickt sie an den Bildern, immer in der Gefahr eines Farbzusammenstoßes auf dem geschöpften Bütten, das sie benutzt wie um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.

Sie müssen das mal versuchen. Rau, aber immens saugfähig macht sich das Papier über die Farbe her. Wenn man diesen Gegner nicht genau kennt, säuft alles ab und die Idee geht baden.

Wenn man Farbvorstellungen hat und sie umsetzen will, verlangt es wahnwitzige Zuverlässigkeit in der Dosierung des Farbauftrags.

Jede Abweichung würde ein Schmutzfleck im edlen Tuch oder Fell bedeuten.

Neue Edition:Uwe Bremer, 8 Radierungen

Zur Zeit der Wiedertäufer suchten die Menschen aufgeregt nach  neuen  Wegen, nicht nur im spirituellen Bereich, sondern auch in gesellschaftlicher Hinsicht war man experimentierfreudig.

Münster, obwohl nicht mit einer temperamentvollen Bürgerschaft gesegnet, wurde mitgerissen in den aufgewühlten Zeitstrom.

In der ganzen Stadtgeschichte ist dieses Ereignis nicht nur herausragend, sondern in der Gruppendynamik einzigartig für unsere Stadt.

Kein Geschehen hat die Bürger so aus der Fassung gebracht wie diese Täuferzeit.

Münster ist im Wesentlichen eine Verwaltungsstadt mit dem damit verbundenen Schwung in der Gesamterscheinung. Wäre nicht die Universität, mit den vielen Studenten, das Stadtbild wäre fast ausschließlich mit Erhabenem bevölkert.

Die Wiedertäufer aber  stellten den Laden auf den Kopf, und den hat es sie dann leider auch gekostet.

Die orgiastische Feier war nicht von langer Dauer, aber das Gruppengedächtnis hält die Ereignisse taufrisch. Daher liegt es nahe, sie für den künstlerischen Blick wieder zu zitieren.

Unsere Zeit blickt erstaunt zurück, weil sich die Dinge wiederholen. Die Glaubenskriege sind frisch entbrannt und die Auseinandersetzungen haben mittelalterliches Grausamkeitspotenzial.  Es wird geköpft und gebrandschatzt mit hemmungsloser Energie. Alles im Auftrag eines liebenden Gottes, der nur unser Bestes will.

Die begleitenden Geschichten über das Jenseits sind noch abenteuerlicher geworden. Fatalerweise sind die Kampfmittel inzwischen ungleich verhängnisvoller.

Uwe Bremer geht die Bebilderung des Geschehens sehr drastisch an, um die Erzählung möglichst nah an die Wirklichkeit zu führen.

An die Fernsehbilder unserer Tage reicht er jedoch nicht heran. Die sind schrecklicher, perverser und kunstloser Abgrund.

Wir müssen feststellen, dass die Destruktion nicht zu verhindern ist und es nur einen Fingerschnipp braucht, um die Menschheit in Raserei zu versetzen.

Yaroslav Kurbanov "Ästhetik der Imperien"

Yaroslav Kurbanov hat sich gründlich mit Herrschaftssystematik auseinandergesetzt.

Ihn faszinieren die Persönlichkeiten, die für geschichtliche Ereignisse stehen. Im Nachhinein scheint die Weltgeschichte Sache einzelner Personen zu sein.

Gruppen haben Hintergrundscharakter und lediglich Handlangerfunktion.

Auch in unseren Tagen spitzen sich politische Ereignisse zu und wir können uns fragen, welche Rolle wir dabei spielen. Auch heute steht z.B. Putin für ganz Russland.

Sind wir ein Publikum, das die Szene beeinflussen will, oder der Ohnmacht gewiss?

Klaus Fussmann

Seit Jahrzehnten bin ich mit Klaus Fussmann befreundet.

Wir stellen ihn regelmäßig aus, haben einige Kataloge erstellt und Sammlungen ergänzt.

Klaus Fussmann hat eine große Bandbreite in der malerischen Kompetenz.

Ich liebe sehr die etwas ungewöhnlichen Ergebnisse seiner Malerei. Es gibt Stimmen, die ihm vorwerfen er mache zu viel und sei in jedem Rahmengeschäft erhältlch. Das stimmt so nicht.

Es sind damit im Wesentlichen Drucke gemeint und die gibt es natürlich in einer Auflage. Man darf aber diesen Blättern nicht den Vorwurf machen, sie seien zu schön. Vom Künstler kann man nicht erwarten, dass er sie für einige Nörgler hässlich macht...

Wir haben stets Originale von ihm aus seinen aktuellen Arbeiten.

Johannes Grützke

Selbstportrait

Seit vielen Jahren arbeiten wir mit Johannes Grützke zusammen. Obwohl er schon lange auf höchstem Niveau malt und große Werke geschaffen hat, ist er nicht so beachtet worden, wie es ihm zusteht.

Künstler, wie ihn nennt man gemeinhin, Painter's Painter. Kollegen und Sammler wissen um seine grandiosen Fertigkeiten.

Für mich ist er die deutsche Antwort aut Lucian Freud. Allerdings ist er beim Malen intuitiver und schneller. In den Bildern von Grützke ist, neben der Dramaturgie, sehr viel Musik enthalten.

Bei der Erstellung eines Portraits kommen elegante Bewegungen des Künstlers hinzu. Es ist inzwischen nicht einfach, eine Verkaufsausstellung zu arrangieren, da das Atelier zumeist leergefegt ist.

Bei Besuchen in Berlin gelingt es mir dennoch, ab und an, Leinwände zu erstehen.

Die werden wir an dieser Stelle präsentieren...

Robin Page

Lange Zeit arbeitete ich mit Robin Page zusammen, besonders während seiner Zeit an der Münchener Kunstakademie. Seine Schüler gingen für ihn durch's Feuer.

Gunther Sachs war, wie ich, ein Verehrer seiner Kunst. Wir machten verschiedene Ausstellungen und für den WDR einen einstündigen Film.

Robin Page ist der letzte Beatnik seiner Generation. Vielleicht gehört dazu auch, dass er ohne Angabe eines Ziels nach seiner Professur untertauchte. Häufige Anrufe belegen. dass ich nicht der Einzige bin der nicht weiss, wo er sich aufhält. Ich vermute ihn in den kanadischen Wäldern. Denn hinter einem Paravent in seinem Atelier stand immer eine geschliffene Axt und eine fantastische Säge.

Die Gunther Sachs Nachlassauktion bewies, dass R.Page immer noch gefragt ist und zwar international. Obwohl ich hoch geboten habe, bekam ich keinen Zuschlag.

Wir sind weiter auf der Suche nach ihm und natürlich seinen Werken...

Till Warwas

Till Warwas - Weg auf der Düne

Till Warwas ist einer der Meisterschüler von Prof. Fußmann.

Ich erwähne das gleich zu Anfang, obwohl Schülersein noch keine Garantie für Qualität ist. Für mich ist es erwänenswert, weil seine Malweise so gar nicht auf Fußmann hinweist. Till Warwas ist sehr realistisch, nicht nur in der Landschaftsdarstellung, sondern besonders bei den Stilleben.

Auf wundersame Weise macht er das Material sichtbar. Eine wohltuende ballancierte Ruhe strahlen die Gruppenbilder von Gegenständen aus. Der aufgewühlte Betrachter pendelt sich ein und weiß nicht so recht warum. Es ist der hartkalkulierte goldene Schnitt im Zusammenspiel mit dem warmen Hintergrund vor dem sich die Gruppe versammelt.

Alles ist so selbstverständlich und wift keine Fragen auf.

Die Seele baumelt...

Carsten Weitzmann

Carsten Weitzmannn ist Künstler der Galerie. Ende des Jahres machen wir wieder eine Einzelausstellung.

Mit der abgebildeten Bruenhild nehmen wir Bezug auf die augenblickliche aussenpolitische Situation. Ich finde es unglaublich, dass wir wieder von Krieg sprechen, denn wenn wir miteinbezogen sind, kann es sich nur um Weltkrieg handeln.

Beachtenswert finde ich, welcher Wortgebrauch wieder hervorgeholt wird.

Genug so weit.

Der Bildinhalt ist zufällig von Weitzmann gewählt und ist fast 10 Jahre alt.

Die kommende Ausstellung hat nicht den Krieg zum Thema. Wir wollen nur in unseren Stellungnahmen aktuell und offen zu Ihnen sein...