ANDRE BÖHME

Vita

1961  |  geboren in Leipzig
1982-87  |  Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
1991-94  |  Meisterschüler an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Bernhard Heisig
seit 1987  |  Lebt in Leipzig

Einzelausstellungen

  1. Berlin, Galerie Berlin, Stuttgart, Galerie CC-ARt

  2. Glauchau, Schloss Hinterglauchau, Zeitz, Zeitzer Forum Stuttgart, Galerie CC-ARt Berlin, Galerie Berlin

  3. Leipzig, Galerie m

  4. Leipzig, Mercedes Benz Roscherstraße Sulzfeld, Kulturkreis Sulzfeld Wittenberg, Galerie Jüdenstraße

  5. Polling, Klosterhof

  6. Pittsburgh, Penn Gallery

  7. Hamburg, Galerie Carstensen

Gerhard Schröder - Bundeskanzler a.D.

VORWORT

André Böhme fängt in kraftvoll gemalten Bildern Momente des intimsten Beisammenseins von Menschen ein: sich umarmend, badend, als Familie wandernd, im Park spielend, Hochzeiten und Geburtstage feiernd.

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Aber die Oberfläche des Familienidylls hat Risse. Der Künstler lässt erahnen, dass sich dahinter womöglich Leere und Entsetzen verbergen. Ein Denken und Leben in Extremen ist der Künstler-Seele immanent. Beim Thema Familie könnte aber meines Erachtens das Gegensatzpaar „Idylle – Entsetzen“ in die Irre führen; wie meist im Leben liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Unsere globalisierte Welt mit ihren zahlreichen großen Problemen löst bei vielen Menschen Ängste und Unsicherheit aus. Je unübersichtlicher die Welt wird, desto größer wird die Sehnsucht nach kleinen überschaubaren menschlichen Zusammenhängen, und das sind in erster Linie Familie und Freunde. Neueste Umfragen haben ergeben, dass die Familie kein Auslaufmodell ist, sondern eine Renaissance erlebt. Für Dreiviertel der Menschen hierzulande ist sie der wichtigste Lebensbereich. Und mit dem Begriff Familie verbinden die meisten Menschen positive Werte wie gegenseitige Hilfe, Vertrauen, Liebe und Freude. Ein solch positives Grundgefühl darf auch nach außen hin sichtbar gemacht werden. Zu Recht jedoch reibt sich André Böhme an medial vorgeführten Idyllen von Familie, Heimat und Glaube. Denn dort, wo etwa Familienleben zu einer inszenierten Pose wird, ist Skepsis angesagt.

Deshalb betrachte ich die Bilder von André Böhme anders als womöglich der skeptische Künstler selbst. Mir gefällt daran, dass er uns seine Zweifel nicht aufzwingt, sondern mehrere Lesarten zulässt Auch das macht die hohe Qualität seiner eindrucksvollen Gemälde aus.

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